Kurzeinsätze

Kurzeinsätze planen

Warum machen besonders grössere Gemeinden gerne Kurzeit-Einsätze? Ich denke es gibt hauptsächlich zwei Gründe dafür:

1. Die Gemeinde spürt ein Anliegen für die Nationen (oder eine spezielle Nation) und möchte ein Team von Kundschaftern senden, um vor Ort zu erfahren, ob und wie sie aktiv werden können.
2. Die Gemeinde unterstützt bereits einen Missionar, oder ein Werk, und sie möchten die Beziehung fördern, indem sie ein Team schicken um die Arbeit selbst zu sehen, zu ermutigen und um mitzuhelfen.

Beim ersten Punkt ist es besonders wichtig, dass es einen Teamleiter gibt der bereits Erfahrung im kulturübergreifenden Dienst gesammelt hat, und auch die Team-Mitglieder sollten bei solche Pionieraktionen eine gewisse geistlich Reife mitbringen. Sie sollen wissen dürfen, dass die Gemeinde zuhause täglich für sie betet, und soweit möglich sollte eine tägliche Kommunikation stattfinden. Bei der zweiten Gruppe (und die ist wohl wesentlich grösser) sind ganz andere Dynamiken im Spiel, und da kann man auch mal einige Jugendliche, oder sogar Neubekehrte mitnehmen.

Vorbereitung

Das Team sollte sich vor der Reise mehrmals treffen, damit jeder genau weiss worauf es bei dem Einsatz ankommt, damit sich die Leute bereits vorher gut kennenlernen, und damit auch der Leiter (oder das Leitungsteam) bereits vor Abreise mögliche Schwachpunkte erkennen kann. Weiter ist es wichtig, die Aktion im Gebet vorzubereiten.

Kommunikation

Es ist hilfreich, wenn der Gastgeber den Teamleiter kennt. Erwartungen und Ziele zwischen beiden sollen frühzeitig geklärt werden. Der Grobplan, wie auch ein Detailplan für jeden Tag wird gemeinsam erarbeitet.

Programm

Eine richtige Balance zwischen Arbeit und Freizeit ist wichtig. Das Team soll sich nicht wie bei einem „Sklaveneinsatz“ fühlen. Wenn es aber nur darum geht, Spass und Abenteuer zu haben, dann verfehlt der Einsatz sein Ziel. Wir haben gelernt, dass es sehr bereichernd für beide Seiten ist, das Programm in drei Teilen zu planen: Lehre vor Ort (über Land, Kultur Mission, usw.), praktische Hilfestellung (beim bestehenden Projekt mitzuarbeiten), und Zeiten des Feierns und Ausspannen.

Haltung

Die richtige Haltung und Einstellung ist Match-entscheidend. Die Team-Mitglieder kommen um zu dienen. Trotzdem sie sind als Besucher in vielen Dingen stark eingeschränkt. Solange sie verstehen, dass Gott an ihnen wahrscheinlich mehr tun wird als sie für Ihn tun können, dann wird der Einsatz ein grosser Erfolg.

Flexibilität

Jede Form von missionarischer Arbeit ist mit geistlichen Kämpfen verbunden. Es können Dinge passieren, die niemand voraussehen konnte. Es sind diese Herausforderungen, die ein Kurz-Einsatz bieten, um im Glauben und Vertrauen an Gott zu wachsen.

Noch eines zum Schluss

Manche Missionare denken Kurz-Einsätze sind Zeit – und Geldverschwendung, und sie haben keine Zeit und Lust „Babysitter“ und „Fremdenführer“ zu spielen. Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass dieser Schritt ins Ungewisse und in eine fremde Kultur die Teilnehmer nachhaltig berührt und verändert! Der Mensch im Westen investiert viel Zeit und Geld in Urlaub und Reisen. Gekoppelt mit der Möglichkeit die Liebe Gottes praktisch weiterzugeben, erfüllt so ein Einsatz weit mehr als ein Urlaub am Strand. Und schliesslich ist jeder längjährige Missionar einmal mit einem Kurz-Einsatz gestartet.

Aus dem Erfahrungsschatz von Norbert Bauer